In diesem Schuljahr werden die 10. Klassen im Deutschunterricht Goethes „Faust I“ intensiv behandeln, da das Werk zur verbindlichen Prüfungsliteratur gehört. Bevor die Schüler sich jedoch mit dem klassischen Text auseinandersetzen, erlebte die Klasse 10a im Spätherbst 2025, dass Goethe alles andere als verstaubt ist. Zusammen mit ihrem Deutschlehrer Herrn Zühlke schauten sie in der Vogtlandhalle Greiz eine moderne Musicaltheaterfassung namens „Faust ’n’ Roll“ an – eine dynamische Rockoper, die Goethes bekannte Tragödie aus einer ganz anderen Perspektive zeigt.
Die Vorstellung, die aus zwei 60-minütigen Spielhälften bestand, bot alles, was man von einem modernen Theatererlebnis erwartet: fesselnde Musik, beeindruckende Licht- und Digitaleffekte sowie ein Bühnenbild, das klassische Dichtung mit moderner Technik perfekt verband. Die Produktion greift auf Verse aus beiden Teilen des „Urfaust“ zurück, wobei der Faust im neuen musikalischen Gewand überraschend frisch und emotional wirkte.
„Es war echt spannend, plötzlich zu begreifen, weshalb Faust so unzufrieden ist!“, äußerte eine Schülerin nach der Aufführung. Auch andere zeigten sich begeistert: „Das war ja überhaupt nicht langweilig! Die Musik und die Effekte haben es ermöglicht, dass man vollkommen mitgefühlt hat.“
Zusammen mit der einfallsreichen Steampunk-Ästhetik – einer Welt voller Zahnräder, Dampfkesseln, Korsetts und Zylindern – entstand eine fesselnde Mixtur aus Vergangenheit und Moderne. Das Spiel mit den Zeitebenen ließ das Stück auch visuell zu einem Erlebnis werden.
Die 10a kam begeistert aus der Vogtlandhalle, während die Parallelklasse 10b leider passen musste – sie kehrte an diesem Tag von ihrer Klassenfahrt zurück. Die enthusiastischen Erzählungen ihrer Klassenkameraden bewirkten jedoch, dass auch sie mit Spannung der Auseinandersetzung mit Faust im Unterricht entgegensah.
Am Ende der Veranstaltung war klar: Goethes Klassiker lebt – und er kann rocken! Faust ’n’ Roll hat mit Witz, Charme, eingängigen Melodien und einer Menge Energie demonstriert, dass große Literatur nach wie vor aktuell ist. Oder, um es mit Goethes Worten auszudrücken: „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie – und grün des Lebens goldner Baum!“

André Zühlke, Lehrer an den TRIAS Schulen Elsterberg

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